Auf der Basis von Stereolithografie zu RIM
Reaction-Injection-Molding, geläufig unter der Abkürzung RIM bezeichnet die Herstellung einer Form aus Epoxidharz (Epoxy) oder Silikon auf der Grundlage eines im Stereolithografie-Verfahren gefertigten Urmodells. Man kann RIM daher also durchaus als eine Art Weiterentwicklung der Stereolithografie, an deren Artefakte es anknüpft, betrachten.
Diese Form wird dann mit Polyurethan-Harz gefüllt, wobei eine spezifische Maschine, ein Mischer zum Einsatz kommt.
Je nach Teilgeometrie liegt die Lebensdauer eines so gefertigten Werkzeugs zwischen 30 und 100 Teilen.
Anwendungsgebiete
RIM eignet sich besonders für Vorserien, für großformatige Teile oder insbesondere für Verkleidungen bzw. Schutzabdeckungen von Spezialmaschinen.
Vorteile
Neben einer breiten, hierbei zur Verfügung stehenden Auswahl an technischen Harzen ermöglicht RIM den Einbau oder auch das Überformen von metallischen Einsätzen.
Entscheidend dabei: Sämtliche Baugruppen werden stets unter Beachtung ihrer jeweiligen Funktionskriterien hergestellt.
Der abschließende Anstrich von RIM-Modellen ermöglicht eine wirklichkeitsgetreue Oberflächenbeschaffenheit, in den Ausführungen glänzend, satiniert, gekörnt usw. Möglich ist zudem auch ein EMV-Anstrich.

Besonders wichtig für elektronische Anwendungen: Polyurethane, wie sie bei RIM zum Einsatz kommen, reagieren bei Bedarf sehr schnell, schonend und schwindungsarm aus. Bei maximal 120°C erfolgt die Aushärtung, wobei ein anschließendes Tempern nicht erforderlich ist.
Im Vergleich zu Bauteilen aus thermoplastischem Schmelzen weisen RIM-gefertigte Modelle eine geringere Viskosität auf, womit sich bei gleicher Wanddicke größere Fließwege erreichen lassen.
Höhere Wärmeleitfähigkeit durch Füllstoffzugaben
Ein weiterer Vorteil von Polyurethanen, insbesondere für die Wärmeabfuhr elektronischer Baugruppen von großer Bedeutung, besteht darin, dass sch ihre Wärmeleitfähigkeit durch Füllstoffzugaben auf hohe Werte einstellen lässt, und dies sogar weitestgehend unabhängig von der Härte des Materials.
Hintergrund und Entstehungsgeschichte
Das RIM-Verfahren wurde 2007 in den Markt eingeführt, mit dem Ziel, die, in der Automobilindustrie verbreitete Fertigung Polyurethan-beschichteter Teile per Spritzgussverfahren weniger kostenintensiv zu gestalten. Die Verbindung zu 3D-Druckverfahren spielte seinerzeit noch keine Rolle. Dies begann sich erst in jüngster Vergangenheit zu ändern.
Update: 5.Juni 2024
### Neueste Fortschritte im RIM-Verfahren
Als eine bedeutende Innovation im RIM-Verfahren (Reaction Injection Molding) kann die Integration von Sensoren und elektronischen Komponenten direkt in den Fertigungsprozess gelten. Diese ermöglicht die Herstellung von „intelligenten“ Bauteilen, die in Echtzeit Daten sammeln und übertragen können. Besonders in der Automobil- und Medizintechnik bieten diese smarten Komponenten erhebliche Vorteile.
#### Verbesserte Materialeigenschaften
Die Weiterentwicklung von Polyurethanen und anderen technischen Harzen hat zu Materialien mit verbesserten mechanischen und thermischen Eigenschaften geführt. Diese neuen Werkstoffe zeichnen sich durch noch höhere Festigkeit, bessere Wärmeleitfähigkeit und geringeren Verschleiß aus. Dies erweitert die Einsatzmöglichkeiten von RIM-gefertigten Teilen erheblich, insbesondere in anspruchsvollen industriellen Anwendungen.
#### Nachhaltigkeit und Umweltschutz
Auch im Bereich Nachhaltigkeit gibt es Fortschritte. Neue, umweltfreundliche Polyurethane, die biologisch abbaubar sind oder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, verringern den ökologischen Fußabdruck des RIM-Verfahrens. Zudem wird an Verfahren geforscht, um den Materialabfall während der Produktion weiter zu reduzieren.
Diese Entwicklungen zeigen, wie das RIM-Verfahren stetig verbessert und an die Anforderungen moderner Technologien angepasst wird, was es zu einer noch vielseitigeren und nachhaltigeren Herstellungsmethode macht.
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